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FAQ zu PDF/X

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Die PDFX-Lawine ist losgetreten
Jürg Marti, Illnau
PDF-Dateien sind als Druckvorlage die ideale Alternative zum Film. Um ein druckfähiges PDF zu erzugen, müssen aber bestimmte Regeln eingehalten werden. Mit der Initiative PDFX-ready soll für das Erzeugen korrekter PDF-Dateien ein Standard durchgesetzt werden.
Seitdem der Film als verbindliche Vorlage aus dem Prozess der drucktechnischen Reproduktion verschwunden ist, kämpfen die Hersteller von Daten und Druckereidienstleister täglich mit Datenintegritätsproblemen. Mit der Einführung des Portable Document Formats (PDF) zu Beginn der Neunzigerjahre zeichnete sich eine sinnvolle Alternative zum vormaligen Film ab. PDF wurde aber in erster Linie für die Ermöglichung eines plattformunabhängigen Datenaustauschs in der Office-Umgebung entwickelt, währenddem Funktionalitäten, die für den Einsatz in der grafischen Industrie notwendig waren, wenig bis gar nicht berücksichtigt wurden.
PDF bietet einiges mehr, als es die Druckformenherstellung fordert. So kann ein PDF-Dokument Formularfelder enthalten, es können Elemente mit Korrekturwerkzeugen markiert oder Notizen angefügt werden. Hinzu kommen weitere Funktionen wie das Verknüpfen mehrerer Seiten innerhalb eines Dokuments, das Verweisen auf externe Dateien mittels Hyperlink oder gar das Einfügen von Film und Ton. Aus Sicht der drucktechnischen Reproduktion ist dieser Funktionsumfang mit zahlreichen Fehlerquellen verbunden und einem rationellen Workflow nicht förderlich.
Reduce to the Max
Es musste ein Regelwerk geschaffen werden, das die Objekte, die ein druckfähiges PDF beinhalten darf, genau definiert und einen fehlerfreien Ablauf in der PDF-basierten Produktion von Druckerzeugnissen sicherstellt. Ein für den Druck bestimmtes PDF enthält so wenig Information, wie möglich und soviel wie notwendig. Ziel des PDFX-Standards ist der blinde Austausch von Daten zwischen dem Kreativund dem Ausgabeprozess. Das heisst, dass der Empfänger der Daten mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass die als PDF vorliegende Druckvorlage sämtliche Bedingungen für den Druckprozess in einem festgelegten Druckverfahren erfüllt. Für diesen «Blind Exchange» steht die Erweiterung mit dem Buchstaben X.
PDFX-1 odf PDFX-3?
In den USA wurde 1998 unter der Bezeichnung PDFX-1 die PDFX-Normierung eingeleitet. Der Druckindustrie Europas vermochte dieser Ansatz aus verschiedenen Gründen nicht zu genügen. Einerseits verfolgte PDFX-1 den PDF-Gedanken zu wenig konsequent, andererseits werden nur CMYKBilddaten unterstützt. Die Entwicklung in Richtung geräteunabhängigen ICC-Workflow ist damit nicht berücksichtigt (1).
Im Hinblick auf den ICC-basierten Workflow sollte die gültige PDFX-Norm aber auch Bilder in RGB mit zugehörigem ICCProfil, im CIELab-Modus sowie Sonderfarben zulassen. In der Folge wurde unter der Federführung von Olaf Drümmer und Stephan Jaeggi ein entsprechender Normenentwurf unter der Bezeichnung PDFX-3 (ISO-Norm 15930-3:2002) erarbeitet und im April 2002 angeschlossen.
Heute wird nach den beiden Normen PDFX-1a und PDFX-3 gearbeitet. Die Regeln, welche die beiden Varianten zu erfüllen haben, sind weitgehend identisch. Der einzige Unterschied liegt darin, dass PDFX-1a ausschliesslich für den CMYK-basierten Workflow konzipiert ist, wogegen PDFX-3 ebenso kalibrierte RGB- und CIELab-Daten unterstützt.
Die Förderung des Workflow mit geräteunabhängigem Farbmanagement ist übrigens auch das Ziel der European Color Initiative (ECI), die von Verlagen und Agenturen aus Deutschland und der Schweiz gegründet wurde.
PDFX-ready steckt die Grenzen enger
In der ISO-Norm PDFX-3 sind die in einer PDF-Datei erlaubten Elemente und Parameter lediglich soweit festgelegt, dass diese gedruckt werden können. In den Kriterien nicht enthalten ist zum Beispiel die minimale Auflösung. Eine Datei kann auch dann PDFX-3-konform sein, wenn darin Bilddaten mit 72 dpi Auflösung enthalten sind.
Absolute Sicherheit ist demnach für den «Blind Exchange», soweit es die drucktechnische Reproduktion im Offset oder Tiefdruck betrifft, auch mit PDFX-3 nicht gegeben. Vornehmlich aus diesem Grund sind die PDFX-ready-Initiative und das in Ableitung von der ISO-Norm noch stärker eingrenzende PDFX-ready entstanden. Mit einem erweiterten Prüfprofil wird eine PDFDatei beim Preflight auch in Bezug auf die Auflösung der Bilder überprüft. Für den Offsetdruck gelten 225 dpi auf gestrichenen und 150 dpi auf Zeitungspapieren. PDFXready akzeptiert vorerst nur Bilddaten im CMYK-Modus. RGB- und CIELab-Daten dagegen sind noch nicht gestattet.
Verantwortungsverlagerung
Die ISO-Norm PDFX-3 hilft, den Austausch von Daten auf der Basis eines weltweit anerkannten Standards zu vereinfachen. Gegenüber der Arbeit mit offenen Daten lassen sich die zu übermittelnden Datenmengen signifikant reduzieren. Für die Arbeit gemäss der Norm vorbereitete Distiller-Joboptions stellen sicher, dass Bildauflösungen und Kompressionen korrekt eingestellt sind, Schriften eingebettet werden und der passende Output-Intent zugeordnet wird. Der Datenempfänger erhält damit die Sicherheit, dass eine PDFX-Datei zumindest die technischen Qualitätsbedingungen für den Druckprozess erfüllt.
Für den Hersteller der Daten wiederum heisst es, dass ihm künftig mehr Verantwortung übertragen wird. Wie bei der früheren Anlieferung von Filmen, darf der Empfänger davon ausgehen, dass die Daten für den Druckprozess korrekt aufbereitet sind (fehlerfreie Texte, bearbeitete Bilddaten usw.). Da es sich bei PDF um ein mehr oder weniger geschlossenes Format handelt, sind nachträgliche Korrekturen mit einem ungleich höheren Aufwand verbunden, respektive überhaupt nicht mehr möglich. Einige Software-Anwendungen gestatten es zwar, PDF-Dateien zu editieren. Die originalen Layoutdaten bleiben aber von Korrekturen im PDF unberührt, womit die Datenintegrität über den gesamten Prozess hinweg nicht mehr gewährleistet ist.
Die PDFX-Norm bringt somit nur dann die gewünschte Vereinfachung und Sicherheit in den Prozess, wenn bei der Datenerstellung mit der notwendigen Sorgfalt gearbeitet und eine in allen Belangen fehlerfreie PDFX-Datei erstellt wird.
Die PDFX-Norm sagt übrigens nichts über die qualitative Ausführung der Inhalte (Typografie, Bildbearbeitug, usw.) aus und macht diesbezüglich auch keine Vorschriften. Dass die Qualität der Inhalte stimmt, bleibt weiterhin dem Handwerk qualifizierter Berufsleute (Grafiker, typografische Gestalter, Layout- und Bildspezialisten) überlassen.
PDFX-ready bietet Zertifizierung an
Mit PDFX bzw. PDFX-ready ist ein Regelwerk geschaffen worden, das die erlaubten Inhalte und den Aufbau einer für den drucktechnischen Reproduktionsprozess bestimmten PDF-Datei klar definiert.
Neben dem technischen Aspekt zielt die PDFX-ready-Initiative auch darauf ab, den Standard auf breiter Basis durchzusetzen. Erzeuger von Daten haben die Möglichkeit, mit relativ einfachen Mitteln zu belegen, dass sie zur Erstellung von PDF/X-Dateien in der Lage sind, welche die Kriterien der PDFX-ready-Norm erfüllen. Es können die beiden Zertifikate «PDFX-ready Creator» und «PDFX-ready Certified Expert» erworben werden (genaue Angaben unter www.pdfx-ready.ch). Unter derselben Domain sind auch sämtliche Rezepte, Distiller-Joboptions, die ICC-Profile und die Prüfprofile bereit gestellt.
Ausgabeseitig ist die Erlangung des Zertifikats «PDFXready Output» möglich. Erklärungen dazu können ebenso auf der Website von PDFX-ready nachgelesen werden.
Mehr Informationen zu PDFX-3 und den ISO-Standard 15930-3:2002 bietet die Schrift: bvdm Informationen • Ifra Special Report 2.36 • Ugra Bericht 122/4 (das PDF ist unter www.pdfx-ready.ch zu finden)
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PDFX-ready
CH-9014 St.Gallen
+41 44 250 31 17