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Die Entwicklung und Pflege von Standards wie PDF/X ist immer etwas wie ein Balanceakt. Wenn der Standard auf einer zu alten Version der PDF Spezifikation beruht dann gibt es Beschwerden von den Anwendern auf der Gestaltungsseite, dass sie nicht die wundervollen Funktionen der letzten Werkzeuge benutzen können.
Andererseits, wenn Normen immer mit den neusten Versionen von PDF Schritt halten, dann würden sich Prepress-Firmen, die PDF/X Dateien empfangen, zu Recht beschweren, dass sie die Dateien nicht bearbeiten können, ohne ständig auf die neuste Version ihrer Tools aufrüsten zu müssen, oder dass die Tools die sie benötigen, einfach nicht zur Verfügung stehen.
Die meisten Hersteller werden PDF/X in Produkten unterstützen, die auch “Basis PDF“ unterstützen. Wenn die Norm auf einer zu alten Version von PDF beruht, wird es für Hersteller schwierig, eine Kodebasis zu erhalten, die gleichzeitig die neusten PDF Versionen und die für PDF/X nötigen unterstützt.
Wenn es nicht einigermaßen einfach für Hersteller ist, die Norm zu unterstützen, dann wird es keine Tools geben. Wenn die Norm sich aber in den oben beschriebenen Schwierigkeiten für Leute, die Dateien erstellen und erhalten, verheddert, dann wird sie ohnehin keiner benutzen, besonders da die Einzelheiten der Datenformate, mit denen Sie arbeiten, Ihren gesamten Prepress-Workflow beeinflussen.
Die PDF/X Taskforces haben immer nach dem Prinzip gearbeitet, dass die Normen vor der „Comfort Zone“ angesiedelt, d.h. anspruchsvoll sein sollten, aber innerhalb der Fähigkeiten des durchschnittlichen Reprobetriebes zu liegen haben, um der Industrie zu helfen, sich zu entwickeln. Andererseits dürfen sie nicht in der Avantgarde der Technologie stehen, damit sie in praktischen Workflows eingesetzt werden können. Mit der Zeit bewegen sich die Ansprüche und Fähigkeiten nach vorne. Was vor einigen Jahren als schwierig oder unmöglich angesehen wurde, ist jetzt normal. Vieles, was jetzt als zu komplex erscheint, wird am Ende dieser Dekade als einfach angesehen werden.
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Die zweite schwierige Frage ist, wie oft die Norm revidiert werden soll. Wenn das zu oft geschieht, hilft das keinem, aber wenn die Norm hinter der allgemeinen Anwendung zurück bleibt, so ist das ebenfalls ein Fehler.
PDF selbst steht nicht still, die vollen Spezifikationen für die Version 1.6 wurden bereits veröffentlicht, aber die PDF/X-1a:2001 und PDF/X-3:2002 Normen, die weit verbreitet sind, beruhen auf PDF 1.3, das 1999 veröffentlicht wurde. Wenn die Industrie mit einer Aktualisierung der PDF Spezifikationen etwa alle zwei Jahre leben kann, dann sollte auch das Intervall zwischen den Revisionen von PDF/X nicht zu groß sein.
Gegenwärtig ist die wichtigste neue Funktionalität, die nicht von PDF/X unterstützt wird, die “live” Transparenz. Es wird allmählich üblich für Designer und Auftraggeber zu beklagen, dass sie nicht PDF/X benutzen können, da sie Transparenz brauchen. Obwohl es möglich ist, PDF/X nach der Transparenzreduzierung zu benutzen, kann es dann unerwünschte Effekte und Farbkonvertierungen geben. Andererseits ist es auch häufig, dass Drucker und Verleger verlangen, dass keine Transparenz in PDF/X enthalten ist, weil sie sie nicht zuverlässig drucken können.
Diese Ansichten geben offensichtlich den gegenwärtigen technischen Stand der Industrie wieder. Die recht langsame Entwicklung der ISO Normen und die nötige Zeit, neue Applikationen herauszubringen, die diese Normen unterstützen, bedeutet, dass die Normenausschüsse mehrere Jahre vorausplanen müssen. Prepressgeräte haben sich erheblich weiterentwickelt, seit die Entscheidung getroffen wurde, die Anwendung von nicht fest eingerechneter Transparenz (live Transparency) in den PDF/X 2003 Normen zu verbieten. Unter anderem sind RIPs, die PDF Dateien mit Transparenz “on-the-fly” verarbeiten, jetzt viel häufiger auf dem Markt zu finden und es wird erwartet, dass dieser Trend für die nächsten Jahre anhält. Zusätzlich dazu produzieren die Transparenz-Wiedergabefunktionen in modernen RIPs (und die Verflachungsfunktionen in Designtools) Ergebnisse, die einander weitaus ähnlicher sind als vor einigen Jahren.
Es wurde daher beschlossen, eine neue PDF/X Norm zu entwickeln, die Transparenz ermöglicht, mit entsprechenden Einschränkungen, um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Wiedergabefunktionen so gering wie möglich zu halten. Diese Norm wird auf PDF 1.6 beruhen.
Gleichzeitig haben die Ausschüsse anerkannt, dass die bestehenden PDF/X-1a und PDF/X-3 Normen einen erheblichen Wert haben, der sich in den nächsten Jahren nicht verringern wird. Um Verwirrung zu vermeiden wird die neue PDF/X Norm keine Revision von PDF/X-1a und/oder PDF/X-3 sein, sondern als PDF/X-4 bezeichnet werden. Es wird ein Super-Set von PDF/X-3 sein, indem es die gleiche Benutzung von geräteunabhängigen Farbräumen erlaubt.
Es wird zudem einen neuen PDF/X Standard aufgrund von OPI-ähnlichen Workflows geben, ähnlich wie der PDF/X-2. Es ist wahrscheinlich, dass diese Norm weiter gehen wird als PDF/X-2, weil sie den Metadaten, die die Print-Charakteristiken beschreiben, für die die Datei geschaffen wurde, erlauben wird, ein ICC Farbprofil zu benennen, das nicht in der PDDF/X Datei eingebettet ist. Diese Norm wird PDF/X-5 genannt werden.
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