Es gibt offensichtlich eine Menge verschiedener Standards oder Normen, aber es wird erwartet, dass sich ein bestimmter Markt auf einen oder höchstens zwei einigen wird.
Wenn Sie ein Druckeinkäufer oder Werbekunde sind, oder sonst jemand der Dateien zur Übertragung an eine Druckerei erstellt, fragen Sie Ihre Druckerei womit sie am zuverlässigsten arbeiten kann. Wenn Ihr Drucker nicht PDF/X vorschlägt, aber Sie denken, dass es für beide Seiten eine gute Idee wäre, sprechen Sie darüber. Es ist jedoch nutzlos, Dateien anzuliefern, mit denen Ihr Geschäftspartner nicht arbeiten kann. Die einzige Ausnahme ist, wenn die Druckerei einfach sagt, dass sie PDF Dateien annehmen – da PDF/X mit den PDF Spezifikationen völlig kompatibel ist. Wenn sie daher PDF annehmen, sollten sie auch PDF/X annehmen. Die Erstellung von PDF/X Dateien kann für den Ersteller von Dateien eine gute Selbstdisziplin darstellen, indem es hilft Workflows zu konstruieren, die die nötigen Validierungsschritte vor der Übertragung verlangen.
Wenn Sie ein Empfänger von Dateien sind, sollten Sie auf Ihre Kunden hören, aber am Ende ist es Ihre Entscheidung, was Sie annehmen, und Sie müssen das Selbstvertrauen haben, die Dateien richtig verarbeiten zu können, bevor Sie bestimmte Formate der Liste der akzeptierten Datenformate hinzufügen.
Für beide Seiten hat Ihr örtlicher Industrieverband vielleicht Empfehlungen herausgebracht, die vielleicht PDF/X Plus Spezifikationen enthalten (Siehe “Was ist PDF/X Plus”). Solche Spezifikationen werden wahrscheinlich genau angeben, welche der PDF/X Normen die besten sind und Ihr Verband kann vielleicht auch Hilfe bei der Implementierung bieten, oder wenigstens ein Forum, wo man anstehende Themen diskutieren kann.
Wo derartiger Rat nicht vorhanden ist, sollten Sie eine PDF/X-1a Datei senden, wenn Sie spezifisch eine Datei senden wollen, die nur CMYK und/oder Schmuckfarben enthält (aber sehen Sie “Wer akzeptiert PDF/X-3”). Beispiele dafür, wo das nötig sein könnte, sind die Notwendigkeit, alle Daten vor der Übermittlung zu trappen oder die Notwendigkeit einer spezifischen Schwarz-Generierung in allen Bildern in der Datei.
Sonst:
- Für die Lieferung von Dateien für Anzeigen und Kataloge in Nordamerika ist PDF/X-1a:2001 die beste Lösung
- Die gleichen Anzeigen oder Katalogarbeiten in Europa können entweder als PDF/X-1a:2001 oder PDF/X-3:2002 geschickt werden – fragen Sie Ihren Verleger. Es sei denn, ein Verleger verlangt ausdrücklich PDF/X-3, ist es wahrscheinlich sicherer, PDF/X-1a Daten zu liefern.
- Akzidenzdrucksachen für Offset, besonders für Schnelldruckereien, werden die gleichen Standards benutzen als Werbe-Druckdateien - PDF/X-1a:2001 in Nordamerika und in Europa entweder PDF/X-1a:2001 oder PDF/X-3:2002.
- Akzidenzdrucksachen auf Digitaldruckmaschinen gedruckt, funktionieren besser mit Dateien in PDF/X-3 als solche für Offset. Der Grund ist das Fehlen einer weitgehend akzeptierten Print-Charakterisierung speziell für Digitaldruck. Darüber hinaus haben die digitalen Frontends der Digitaldruckmachinen oft relativ fortgeschrittene Farbmanagementfähigkeiten, im Vergleich zu Patesetter-RIPs für konventionelle Druckarbeiten.
Andere Druckverfahren und Industriesektoren sind gegenwärtig weniger klar. Eine Reihe von Gruppen im Verpackungssektor entwickeln Anforderungen und Lösungen, wie der Verpackungsausschuss der Ghent PDF Work Group.
Die vorhergegangenen Empfehlungen erwähnen nicht Gebiete außerhalb Europas und Nordamerikas, da ich nicht die nötigen Informationen hierfür habe. Kommunikationen aus diesen Gebieten sind sehr willkommen.
Wenn Sie bereits einen Workflow haben, der zuverlässig und effizient ist, dann besteht wahrscheinlich kein guter Grund, sofort auf PDF/X umzustellen. Sie werden jedoch vielleicht finden, dass es leichter ist, auf eine entsprechende Kompatibilitätsebene von PDF/X zu standardisieren, wenn neue Versionen Ihres Tools herauskommen und besonders wenn sie mit neuen Partnern arbeiten und sie entsprechend unterrichten müssen, gleich ob Kunden oder Dienstleister.
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